Wahrscheinlich war Guinefort ein gewöhnlicher Hund. Bis zu dem Tag, an dem er das Kind seines Herren vor dem Biss einer Schlange rettete. Da sein Herr, ein französischer Edelmann, wegen Guineforts blutverschmierter Schnauze aber glaubte, er hätte das Kind angefallen, tötete er ihn. Als er seinen Fehler erkannte, trug er den Leichnam des Hundes zu einem nahen Brunnen, bedeckte diesen mit Steinen und pflanzte an dieser Stelle einen Baum – in Erinnerung an Guinefort. Im Laufe der Jahre begann sich die Bevölkerung Geschichten von Wunderheilungen zu erzählen, die an diesem Grab stattfanden. Kranke Kinder wurden zum Grab getragen, um durch Guinefort geheilt zu werden. Guinefort war nun ein heiliger Hund.
Die tiefe Gläubigkeit der Menschen des Mittelalters hat zahlreiche solcher Legenden hervorgebracht, doch wurde keine so populär wie die des Hundes Guinefort – ein mittelalterlicher Lassie. Das Rudeltier Hund, das auf das Zusammenleben mit Menschen hingezüchtet wurde, wurde durch seine sprichwörtliche Treue zum beliebtesten Haustier, knapp vor der einzelgängerischen Hauskatze. Nachdem dem Hund in zahlreichen Filmen und Serien des 20. Jahrhunderts die Rolle des Sidekicks zukam – neben dem schon erwähnten Lassie, wäre hier unter anderem Rex (Kommissar Rex - übrigens die zweiterfolgreichste Serie aller Zeiten!), Jerry Lee (Mein Partner mit der kalten Schnauze) und Jake (Adventure Time) zu nennen – war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Rolle auch in Videospielen ausgefüllt wird.
Dabei ist der Hund in Torchlight (auf Wikipedia hochpoetisch „The Hero‘s Dog“ genannt) in erster Linie eine spielerische Neuerung. Die Diablo–Reihe verlangte es vom Spieler, immer wieder in die Stadt zurückzukehren, um überschüssige Gegenstände zu verkaufen und somit Platz im Inventar zu schaffen. Torchlight umschifft dieses notwendige Übel jedes Hack-&-Slays durch den hündischen Sidekick, der vollautomatisiert in die Stadt rennt, alles verkauft und mit Taschen voller Gold zurückkehrt. Good boy!
The Hero‘s Dog ist nicht mehr als ein nützlicher NPC (oder vielleicht Non-Player-Animal?). Er ist ein Nutztier, das geschätzt für seine Fähigkeiten geschätzt wird, dessen unangenehme Seiten ausgespart bleiben. Sich um den Hund wirklich zu kümmern (Hundekot entfernen, füttern, spielen, ihm auch einmal Ruhe gönne) würden in Torchlight den Spielspaß mindern. Immerhin spielt man, um eben nicht an solche Alltagspflichten zu denken. Solche Tätigkeiten werden ausgelagert, in Social Games und billig produzierte Massenware für vornehmlich weibliches Publikum (z.B. die Meine-Tierklinik-Reihe). Hier kann sich dann rund um die Uhr um die virtuellen Haustiere gekümmert werden. Sie werden gehegt, gepflegt und verlassen gesund den Bauernhof/Tierklinik/Reiterhof/Tierhotel. Good girl!














Für die netten Menschen vom
Eigentlich ist zum Thema “Sex in Videospielen” 
Letzte Kommentare