52 Games: 11 Tiere — Torchlight

Wahr­schein­lich war Gui­ne­fort ein gewöhn­li­cher Hund. Bis zu dem Tag, an dem er das Kind sei­nes Her­ren vor dem Biss einer Schlange ret­tete. Da sein Herr, ein fran­zö­si­scher Edel­mann, wegen Gui­ne­forts blut­ver­schmier­ter Schnauze aber glaubte, er hätte das Kind ange­fal­len, tötete er ihn. Als er sei­nen Feh­ler erkannte, trug er den Leich­nam des Hun­des zu einem nahen Brun­nen, bedeckte die­sen mit Stei­nen und pflanzte an die­ser Stelle einen Baum – in Erin­ne­rung an Gui­ne­fort. Im Laufe der Jahre begann sich die Bevöl­ke­rung Geschich­ten von Wun­der­hei­lun­gen zu erzäh­len, die an die­sem Grab statt­fan­den. Kranke Kin­der wur­den zum Grab getra­gen, um durch Gui­ne­fort geheilt zu wer­den. Gui­ne­fort war nun ein hei­li­ger Hund.

Die tiefe Gläu­big­keit der Men­schen des Mit­tel­al­ters hat zahl­rei­che sol­cher Legen­den her­vor­ge­bracht, doch wurde keine so popu­lär wie die des Hun­des Gui­ne­fort – ein mit­tel­al­ter­li­cher Las­sie. Das Rudel­tier Hund, das auf das Zusam­men­le­ben mit Men­schen hin­ge­züch­tet wurde, wurde durch seine sprich­wört­li­che Treue zum belieb­tes­ten Haus­tier, knapp vor der ein­zel­gän­ge­ri­schen Haus­katze. Nach­dem dem Hund in zahl­rei­chen Fil­men und Serien des 20. Jahr­hun­derts die Rolle des Side­kicks zukam – neben dem schon erwähn­ten Las­sie, wäre hier unter ande­rem Rex (Kom­mis­sar Rex - übri­gens die zwei­ter­folg­reichste Serie aller Zei­ten!), Jerry Lee (Mein Part­ner mit der kal­ten Schnauze) und Jake (Adven­ture Time) zu nen­nen – war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Rolle auch in Video­spie­len aus­ge­füllt wird.

Dabei ist der Hund in Torch­light (auf Wiki­pe­dia hoch­poe­tisch „The Hero‘s Dog“ genannt) in ers­ter Linie eine spie­le­ri­sche Neue­rung. Die Dia­blo–Reihe ver­langte es vom Spie­ler, immer wie­der in die Stadt zurück­zu­keh­ren, um über­schüs­sige Gegen­stände zu ver­kau­fen und somit Platz im Inven­tar zu schaf­fen. Torch­light umschifft die­ses not­wen­dige Übel jedes Hack-&-Slays durch den hün­di­schen Side­kick, der voll­au­to­ma­ti­siert in die Stadt rennt, alles ver­kauft und mit Taschen vol­ler Gold zurück­kehrt. Good boy!
The Hero‘s Dog ist nicht mehr als ein nütz­li­cher NPC (oder viel­leicht Non-Player-Animal?). Er ist ein Nutz­tier, das geschätzt für seine Fähig­kei­ten geschätzt wird, des­sen unan­ge­nehme Sei­ten aus­ge­spart blei­ben. Sich um den Hund wirk­lich zu küm­mern (Hun­de­kot ent­fer­nen, füt­tern, spie­len, ihm auch ein­mal Ruhe gönne) wür­den in Torch­light den Spiel­spaß min­dern. Immer­hin spielt man, um eben nicht an sol­che All­tags­pflich­ten zu den­ken. Sol­che Tätig­kei­ten wer­den aus­ge­la­gert, in Social Games und bil­lig pro­du­zierte Mas­sen­ware für vor­nehm­lich weib­li­ches Publi­kum (z.B. die Meine-Tierklinik-Reihe). Hier kann sich dann rund um die Uhr um die vir­tu­el­len Haus­tiere geküm­mert wer­den. Sie wer­den gehegt, gepflegt und ver­las­sen gesund den Bauernhof/Tierklinik/Reiterhof/Tierhotel. Good girl!

Linkschleuder 12. April

Linkschleuder

Anchorman 2 wird produziert

Eine Nach­richt, so schön, dass ich sie ein­fach unkom­men­tiert las­sen will. Über das Œuvre Adam McK­ays und Will Fer­rells folgt irgend­wann ein aus­führ­li­cher Text.

Breaking Bad Season 4 auf NEGATIV

Im letz­ten Som­mer habe ich mich für NEGATIV daran ver­sucht, jede neue Folge mei­ner der­zei­ti­gen Lieb­lings­se­rie Brea­king Bad zu bespre­chen. Jeden Mon­tag in aller Frühe auf­ste­hen, die neue Folge von iTu­nes laden und vor­mit­tags rezen­sie­ren. Natür­lich sind die Arti­kel rück­bli­ckend vol­ler Feh­ler, fal­schen Beob­ach­tun­gen und Schlüs­sen. Ver­mut­lich würde ich den größ­ten Teil heute nicht mehr so schrei­ben. Den­noch will ich alle Arti­kel, die sich im Som­mer ange­sam­melt haben hier ein­mal sam­meln. Ein gro­ßer Dank geht übri­gens an Simon Born, der zwei Arti­kel der Reihe über­nom­men, als ich im Urlaub war.

Brea­king Bad – “Box Cut­ter” Sea­son 4 Epi­sode 1

“If he can’t kill us, he’s going to make our lives hell.”
- Jesse

 

 

 

 

Brea­king Bad – “The Thirty-Eight Snub” Sea­son 4 Epi­sode 2

“We strictly tal­kin’ defense here?”

 

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Open House” Sea­son 4 Epi­sode 3

„The Devil is in the details“
- Sky­ler

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Bul­let Points” Sea­son 4 Epi­sode 4


To W.W., my star, my per­fect silence
- Gale

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Shot­gun” Sea­son 4 Epi­sode 5 (Text: Simon Born)

Jesse: „What? I can smoke, right?“
Mike: „Not a chance.“

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Cor­ne­red” Sea­son 4 Epi­sode 6 (Text: Simon Born)

A boss has to be tough
- Bog­dan

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Pro­blem Dog” Sea­son 4 Epi­sode 7

What do we know about Gus­tavo Fring?
- Hank

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Her­ma­nos” Sea­son 4 Epi­sode 8

Carpe Diem, okay? 
- Saul Goodman

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Bug” Sea­son 4 Epi­sode 9

Can you walk? Then get the fuck outta here and never come back.
- Jesse

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Salud” Sea­son 4 Epi­sode 10

„At least last night you were… you were real.“
– Wal­ter Jr.

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Crawl Space” Sea­son 4 Epi­sode 11

„What have I done?“
– Colo­nel Nichol­son (Die Brü­cke am Kwai)

 

 

 

 

Brea­king Bad – “End Times” Sea­son 4 Epi­sode 12

 No more pro­lon­ging the ine­vi­ta­ble
- Walt

 

 

 

 

Brea­king Bad – “Face Off” Sea­son 4 Epi­sode 13 (Finale)

„Lily of the Valley“

 

 

 

 

 

Bild­rechte: AMC/Sony Pictures

 

Virtuelle Arbeit: Von Kehrmaschinen und Schwerlasttransportern

Für die net­ten Men­schen vom Titel-Magazin hab ich was über Arbeits­si­mu­la­tio­nen geschrie­ben und ver­sucht, den Hype die­ses Gen­res zu verstehen:

Wir ver­su­chen uns selbst zu opti­mie­ren, sind durch unsere Ipho­nes iPho­nes und Android-Geräte (der wahre Zynis­mus die­ser Namens­ge­bung offen­bart sich uns erst jetzt) stän­dig für unse­ren Arbeit­ge­ber erreich­bar. Aus 9-to-5-Arbeitsplätzen sind 9-to-9-Arbeitsplätze gewor­den. Arbeits­zeit und Frei­zeit ver­schwim­men wie­der zuse­hends, Errun­gen­schaf­ten der Arbei­ter­be­we­gung, im 20. Jahr­hun­dert teuer erkämpft, gehen stück­weise ver­lo­ren. Aber irgend­et­was scheint uns den­noch zu feh­len, wenn wir nach einem lan­gen Büro­tag nach Hause kom­men und auch hier wei­ter­ar­bei­ten – als Bus­fah­rer.[Link]

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52 Games: 07 Sex — Mass Effect

Eigent­lich ist zum Thema “Sex in Video­spie­len” schon alles gesagt. Sex und Game­play zu kom­bi­nie­ren, ist ein Unter­fan­gen, das zum Schei­tern ver­ur­teilt ist. Man fühlt sich wie der neu­ro­ti­sche Woody Allen, der sich nicht dem Gefühl an sich hin­ge­ben kann, son­dern das Ganze von außen betrach­tet und genau weiß, wie lächer­lich das Rein-Raus-Spiel ist. Abseits vom Knöpfchen-drück-Sex à la God of War oder Fah­ren­heit ist es bei­nahe nur die Mass-Effect-Reihe, die einen ande­ren Ansatz wählt. Hier kommt die emo­tio­nale Bezie­hung zuerst, über Stun­den (Spiel­zeit) muss ange­ban­delt wer­den. Sex wird hier, als Cine­ma­tic auf­be­rei­tet, zum Pay­off für durch­lit­tene Dia­log­zei­len. Auch wenn der Spie­ler hier nicht invol­viert ist, ist diese sehr fil­mi­sche Vari­ante der Sex-Darstellung bes­ser als der Irr­sinn von Quicktime-Events (ein Joystick-Wortspiel erspare ich mir und euch an die­ser Stelle).

Ach­tung: Der fol­gende Abschnitt ent­hält vir­tu­el­len Herzschmerz.

Vor allen Din­gen Mass Effect 2, als Space Opera mit gro­ßem Ensem­ble, hat es geschafft, die Part­ner­wahl so auf­re­gend und bedeu­tungs­voll zu gestal­ten wie sie im wirk­li­chen Leben auch ist. Gleich nach der Jack-Rettungsmission war mir klar, dass sie die Aus­er­ko­rene sein sollte. Aus dem bun­ten Crew-Haufen stach hier her­aus und hatte ein­fach mehr Ecken und Kan­ten als andere Cha­rak­tere. Neben Gar­rus ist sie für mich der best­ge­schrie­bene Cha­rak­ter der Reihe. Nach jeder Mis­sion habe ich den wei­ten Weg hin­un­ter in die Fracht­räume auf mich genom­men, habe schritt­weise ihr Ver­trauen gewon­nen, war gedul­dig und ein­fühl­sam. Vor der Sui­cide Mis­sion schlich sie sich in mein Bett. Es folgte das Video, das mich für meine Mühen ent­loh­nen sollte.

Erst jetzt merke ich, dass ich im letz­ten Absatz ohne es zu wis­sen in die erste Per­son gewech­selt bin. Ich war es, der zuhö­ren musste und ihr beige­stan­den hat. Der Sex war nicht mehr rei­ner Bonus, son­dern der Höhe­punkt der Bezie­hung zwi­schen mir/meinem She­pard und Jack.

Ach­tung: Der nächste Absatz kann Spu­ren von Spoi­lern ent­hal­ten. Und Nüssen.

Als ich begann Mass Effect 3 zu spie­len, habe ich einen rie­sen­gro­ßen Feh­ler gemacht: Statt mit mei­nem alten Spiel­stand auf der PS3 wei­ter­zu­spie­len, habe ich ein neues Spiel auf dem PC begon­nen. Ich war auf das Standard-Savegame ange­wie­sen. Und die­ser Stan­dard umfasst auch den Tod von Jack wäh­rend der Sui­cide Mis­sion. Zuerst war ich sauer, dann resi­gniert. Ich hätte natür­lich auch mit ande­ren Team­mit­glie­dern anban­deln kön­nen, aber mein She­pard war doch in Jack ver­liebt. Ich begann Walk­th­roughs und Gui­des zu durch­fors­ten, zunächst, wie man Jack viel­leicht noch irgend­wie ins Spiel bekom­men könnte und als das fehl­schlug, wie meine Bezie­hung mit ihr denn aus­ge­se­hen hätte. Nicht ein­mal ein Mit­glied mei­ner Crew konnte sie wer­den! Zu einem Zeit­punkt, an dem die Gala­xie am Rande der Zer­stö­rung steht, ent­schließt sie sich, Leh­re­rin zu wer­den? Statt einer dau­er­haf­ten Bezie­hung mit ihr, wird mir nur ein erneu­ter One-Night-Stand gegönnt. Auch wenn ich zu den weni­gen gehöre, die das Ende von Mass Effect 3 nicht so schlecht fin­den, war ich wütend, als ich von Jacks Schick­sal erfuhr. Denn diese Design-Entscheidung sei­tens Bio­ware ent­wer­tet völ­lig die Bezie­hung, die mein She­pard mit Jack noch vor weni­gen Jah­ren hatte. Nach­träg­lich bekam ich ein schlech­tes Gewis­sen. Statt einer dau­er­haf­ten Bezie­hung war mir nur eine wei­tere Kerbe in mei­nem Bett­pfos­ten gegönnt. All die Gesprä­che aus dem zwei­ten Teil ver­lo­ren ihre Bedeu­tung, ich fühlte mich wie ein mie­ser Frau­en­held, der sich all das Bla­bla nur anhört, um end­lich mit ihr in die Kiste stei­gen zu kön­nen. She­pard als wan­delnde männ­li­che Herr­schafts­phan­ta­sie, dem es geglückt ist, sogar die wider­bors­tige Frau um den Fin­ger zu wickeln. Nach­träg­lich gibt Bio­ware mir zu ver­ste­hen: Es war keine Liebe, es war nur Sex.

Linkschleuder 18. März

Linkschleuder 10. März

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@altegedanken

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